Salz aus Wasserenthärtungsanlagen ist größte Verschmutzungsquelle
Welche Stoffe belasten die Gewässer über häusliches Abwasser am stärksten? Während der öffentliche Fokus häufig auf Mikroplastik, Arzneimittelrückständen oder Reinigungsmitteln liegt, macht eine aktuelle Studie eines internationalen Forschungsteams auf eine bislang wenig beachtete Stoffgruppe aufmerksam: Regeneriersalz aus privaten Wasserenthärtungsanlagen stellt im häuslichen Abwasser den mengenmäßig größten Anteil dar.
Mit 17,57 bis 46,86 Kilogramm pro Kopf und Jahr liegt Regeneriersalz deutlich vor Toilettenpapier, Körperpflegeprodukten sowie Wasch- und Reinigungsmitteln. Salz ist zwar kein klassischer Schadstoff wie Schwermetalle, Mikroplastik oder Medikamente, aber durch die große Menge wird es zum systemischen Umweltproblem. Denn Kläranlagen sind nicht darauf ausgelegt, Chlorid aus dem Abwasser zu entfernen. Was einmal eingeleitet wird, gelangt in Flüsse und Seen.
Die Studienergebnisse stehen im Einklang mit Erkenntnissen der Europäischen Kommission zum Gewässerschutz. Laut jüngsten Berichten erreichen derzeit nur 9,3 Prozent der deutschen Flüsse und Seen einen ökologisch guten Zustand, während der EU-Durchschnitt bei 39,5 Prozent liegt. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit den fünftletzten Platz (Rang 16 von 20). Für über 90 Prozent der heimischen Oberflächengewässer wurden Fristverlängerungen zur Einhaltung der europäischen Umweltziele in Anspruch genommen. Laut der EU-Kommission muss in Bezug auf den Gewässerschutz deutlich schneller gehandelt werden. Deutschland hat dabei einen besonders hohen Rückstand und muss seine Ziele ehrgeiziger verfolgen.
Technische Lösungen verfügbar: Nachhaltige Technologien ohne Abwasserbelastung
Neben der Problemanalyse zeigt die Studie auch konkrete, umweltfreundliche Alternativen für Verbraucher auf. Wer im Eigenheim Wasserhähne und Haushaltsgeräte vor Kalk schützen möchte, muss nicht zwangsläufig das Abwasser belasten. Für den Werterhalt von Trinkwasserinstallationen gibt es etablierte, salzfreie Verfahren wie die Impfkristallbildung. Die Technik wandelt gelöste Kalzium- und Magnesiumionen in mikroskopisch kleine Kristalle um, wodurch die Neigung zu Kalkablagerungen minimiert wird. Da bei dieser Form der Aufbereitung kein Regeneriersalz verbraucht wird, gelangt kein Chlorid in das Abwasser – und Verbraucher sparen sich dauerhafte Nachkaufkosten für Salzsäcke, Spülwasserverluste und aufwendige Wartungsarbeiten.
Für das SHK-Fachhandwerk bietet die Studie ebenfalls wertvolle Orientierung in der Kundenberatung. Denn salzfreie Enthärtungstechnologien gewinnen an Bedeutung. Es handelt sich somit um eine nachhaltige Ergänzung für jedes moderne Gebäudetechnik-Portfolio.
Während Deutschland beim Thema Vermeidung von salzbasierter Enthärtung noch hinterherhinkt, sind andere Länder bereits deutlich weiter. So wurde in Kalifornien schon 2009 unter dem damaligen Gouverneur Arnold Schwarzenegger ein Gesetz („Water Softener Ban“) verabschiedet, das die Verwendung von Wasserenthärtungsanlagen mit Salz für den privaten Gebrauch verbietet, wenn zu hohe Chloridwerte in Gewässern vorkommen.














